Unter unserem Himmel

Schon mal Obst/Gemüse aus eigener Aufzucht genossen? Dann wird es aber Zeit. Sowohl als auch, denn jetzt ist Pflanzzeit. Dafür braucht es keinen Garten, denn sehr viel lässt sich auch auf dem Balkon oder im Blumenkasten, ja sogar auf der Fensterbank anbauen. Ich denke, das kann jeder selbst in unzähligen Ratgebern (online und in handfesten Büchern) nachlesen.

Mancherorts sprießen die Gemeinschaftsackerflächen aus dem Boden. Da muss man sich dann nicht allein dem Unkraut und den Schnecken, die auch einen Bissen abhaben wollen, in den Weg stellen. Das ist dann Schrebergartenidylle für Hyperaktive. Das klingt jetzt vielleicht etwas abwertend, ist aber nicht so gemeint.

Meine Tante hat auch so einen Acker. Und wenn im Sommer das Wasser aus der Regentonne alle oder durch ertrunkene Feldmäuse verseucht ist, wird das lebensrettende Nass eben per Gießkanne hingefahren. Der Lohn der Mühe: Obst und Gemüse in absoluter Bio-Qualität. Zitronen seien das einzige Obst/Gemüse, dass sie immer kaufen müsse, sagt sie.

Dazu habe ich gerade von Patrick H. von isso und nicht anders einen tollen Tipp bekommen (Danke nochmal für die Info): Crowd Farming bei Naranjas del Carmen. Da wird im milden Klima Valencias ein Orangenbaum gepflanzt und dann nachhaltig bewirtschaftet. Den Ertrag, ca. 80kg Orangen, kann man individuell abrufen und nach Hause liefern lassen. Man kann mit Nachbarn, Freunden, Familie teilen. Oder auch mal den Kindergarten vor Ort mit einer Kiste überraschen. Andere soziale Einrichtungen freuen sich sicherlich ebenso. Seinen Baum besuchen geht natürlich auch. Und Valencia hat noch mehr zu bieten als „nur“ über 300 Sonnentage pro Jahr. Wie wär’s, liebe Tante, wollen wir einen Baum pflanzen? Anstatt Zitronen gibt es dann halt Orangen.

Im heimischen Garten in der Erde wühlen hat etwas von kindlicher, unbeschwerter Freude und ist herrlich entspannend. Wenn dann am Ende noch was zum Essen dabei rausspringt, um so besser. Bin gespannt, wie dieses Jahr die Ernte ausfällt. Die Fotos habe ich vor dem Wintereinbruch gemacht. Von daher wird es dann doppelt spannend. 

Erdbeeren und GewürzeGemüsebeet

Die Erde hole ich mir einmal im Jahr von der örtlichen Abfallwirtschaft, die im Frühjahr bzw. so lange der Vorrat reicht, Kompost für einen Apfel und ein Ei verkauft. Mit leerem Auto auf die Waage fahren, Zettel abholen, mitgebrachte Säcke mit kompostierter Erde voll schaufeln, wieder zum Wiegen, bezahlen. Für sieben Säcke à 50-60l fallen etwa Kosten in Höhe von fünf Euro an. Plus großzügiges Trinkgeld, damit der Diensthabende das Gewicht der Fahrerin „vergisst“.

Bevor wir das Kapitel Lebensmittel mit der Verzichtbilanz abschließen, gibt es morgen noch einen Beitrag zur Resteverwertung.

 Also dann, action!
Eure Kerstin

16 Gedanken zu „Unter unserem Himmel

    • Danke, ja das Beet ist süß und im Winter hat es leichte Ähnlichkeit mit einer Vergrabungsstätte. Aber beim Errichten lag das alle so im Garten rum und wurde dann kurzerhand von mir eingebaut. 🙂
      Größe reicht für mich völlig. Wie gesagt, das Teen verweigert Gemüse grundsätzlich, da reichen eben 6 Kohlrabi und 8 Gurken 😉
      Liebe Grüße, Kerstin

  1. Ich wünschte, wir hätten einen großen Garten. Früher hatte ich einen solchen und es gab dort nicht nur leckere Früchte (Himbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren), sondern auch alle möglichen Kräuter, Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten, Rhabarber und vieles mehr. Leider haben wir bei uns heute keinen Garten mehr, aber dafür draußen jede Menge Kräuter (nicht nur die Hugo-Minze *lach*) stehen und dieses Jahr versuchen wir es wieder mit zwei Tomatenpflanzen im Topf, mal schauen, was daraus wird. Ich finde, Gärtnern erdet einen sehr und es ist ein tolles (Geschmacks-)Erlebnis, das selbst angebaute Obst und Gemüse zu essen. ♥
    Liebe Grüße von Anni | antetanni

    • Liebe Anni, ich habe da ein schönes Buch, das Lösungen für kleine Flächen anbietet. Zum Beispiel Gärtnern im Quadrat. Da pflanzt man auf einen kleinen Quadrat eine Sorte an und verteilt dann immer je nach Saison und Größe. In dem Buch stehen auch schöne Tipps für Balkone drin. Heutzutage gibt es ja viele Minipflanzen. Bei den Gurken nehme ich immer die kleine Sorte, weil es mir sonst Zuviel ist. Liebe Grüße, Kerstin

      • Ohhh, lieben Dank für den Tipp. Das Buch heißt so? Klingt schon mal gut! Gurken wäre tatsächlich auch mal eine Idee. Nun, die Eisheiligen sind ja in Kürze durch (hoffentlich!!!! Ist ja nicht auszuhalten in diesen Tagen mit Eis und Schnee…), da kann ich noch mal einen Schlenker zum Gartencenter machen… ♥

      • Liebe Anni, ich habe extra noch mal nachgeschaut. Also, es sind zwei. Das eine heisst: Genuss-Garten auf kleinstem Raum und das andere Küchengärten. Letzteres ist aber auch für Gärten, aber da steht das mit dem Gärtnern im Quadrat.
        Ja, ich hatte ja leider schon gepflanzt. Nun hoffe ich, dass die Schäden sich in Grenzen halten. Hoffentlich wird es bald besser mit dem Wetter. Liebe Grüße, Kerstin

  2. Danke liebe Kerstin für die Erwähnung. Ich freue mich jeden Tag, wenn ich eine Orange meines eigenen BIO-Orangenbaumes esse.
    „An orange a day Kees the doctor away“ 😉

    Im Umland Hamburgs gibt es auch ähnliche Konzepte mit eigenem Anbau. Hierfür habe ich leider keine Zeit oder Lust, da ich einen großen Garten habe. Nur mit Orangen wäre es schlecht 😉

    Ein süßes Beet hast Du! Ich drücke Dir die Daumen, dass der Wintereinbruch keine Schäden gebracht hat!
    Liebe Grüße aus Hamburg
    Patrick

    • Ja, das Beet ist süß. Und für mich reicht es soweit auch. Viel mehr würde ich auch weder arbeitstechnisch noch esstechnisch schaffen. Liebe Grüße, Kerstin

      • Ja, genau von der Sorte habe ich schon jemanden hier. Nicht helfen wollen, aber trotzdem was vom Kuchen abhaben wollen…Spaß beiseite…Tausche Orange gegen Kohlrabi, wenn die Schnecken nicht schneller sind. 😉
        Liebe Grüße, Kerstin

  3. Die eigene Ernte ist doch wirklich die Beste! Wir haben einen Kiwibaum im Garten (den Schwiegereltern sei Dank), jetzt ganz neue Heidelbeersträucher (mein Sohn wird uns danken, wenn sie reif sind) und schon seit einigen Jahren einen … Zitronenbaum! Den halten wir übrigens im Topf, damit der im Winter nicht erfriert im Freien. Vielleicht möchte sich deine liebe Tante auch einen Zitronenbaum anschaffen? Liebe Grüsse Stefan.

    • Das ist ja exotisch, aber gut. Kiwis kaufen macht nämlich nicht wirklich Spaß. Erst sind sie steinhart und dann plötzlich zu weich. So vom Baum direkt schmecken sie bestimmt auch dreimal so lecker.
      Keine schlechte Idee mit dem Zitronenbaum. Weihnachten steht ja demnächst vor der Tür. 🙂
      Liebe Grüße, Kerstin

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