Horcher an der Wand

Blogger sind ja selten so ganz anonym im Netz unterwegs. Ähnlich wie Diebe. Denn irgendeiner hat immer irgendwas gesehen oder bemerkt. Zumindest im Fernsehen ist das so. Da wird der Täter nach neunzig Minuten Sendezeit, manchmal auch weniger, überführt.

Zum Glück trifft dies, auch wenn ich es leider aus schmerzlicher Erfahrung heraus bestätigen muss, in der Realität nur selten bis gar nicht zu. Da kommen die Bösen oft genug ungeschoren davon. Und damit wären wir dann wieder bei den Bloggern. Also, nicht, dass diese böse und/oder diebisch wären, aber bei dem Entdeckt-Werden.

An Hand meines Blogs kann ich sagen, dass bis dato noch keiner meiner Verwandten, Freunde, Kollegen von allein darauf gestoßen ist. Und ich bin schließlich schon eine ganze Weile hier. Zeit genug wäre also schon gewesen.

Nun war meine Intention ja auch immer eher dahingehend, möglichst unerkannt und klein zu bleiben. Weil ich vor allem Bedenken auf manch negative Darstellung hatte. Würde nur ungern vom Chef im Hinblick auf eine meiner hier getätigten Aussagen ins Büro zitiert werden.

Und es wäre mir auch gar nicht so recht, wenn der Nachbar weiß, was von meinen Gedanken so den Weg zu Papier – respektive zum Blogpost – findet. Die Nachbarschaft beäugt mich bisweilen eh schon. Könnte allerdings auch Einbildung sein, denn Nachbarn haben ja grundsätzlich die Angewohnheit, einander zu beäugen.

Logischerweise kann ich natürlich nicht beweisen, dass mich nicht doch jemand – so rein zufällig – aufgestöbert hat, weil es ja immerhin sein könnte, derjenige mir gegenüber dies aber nicht erwähnt hat. Oder erwähnen möchte. Vielleicht sogar nun heimlich mitliest. Unwahrscheinlich, aber gut möglich. Wobei, das würde so manches erklären. Vielleicht auch die Blicke der Nachbarn.

Ganz ehrlich: Egal. Denn nach zwei Tagen Blog-Workshop habe ich unter anderem für mich mitgenommen, dass Texte solide, glaubwürdig und korrekt sein müssen. Dem kann ich guten und ruhigen Gewissens beipflichten. Schließlich dreht sich hier alles um mich und meine Ein- und Ansichten.

Blick durchs SchlüssellochUnd für den Rest gilt: Der Horcher an der Wand wird Zeuge seiner eignen Schand!

 

Eure Kerstin

P.S.: Danke, liebe Tante, für den tollen Spruch.

4 Gedanken zu „Horcher an der Wand

  1. Ist es denn so schlimm, wenn jemand auf den Blog stößt? Solange man keinen virtuellen Pranger mit Fotos vom Chef errichtet 😉
    Hab ich da in der Blogosphäre irgendwas verpasst? Das Gefühl hatte ich schon beim Lesen von lunarterminiert’s Beitrag…

    • Nein, mittlerweile würde mir das nichts mehr ausmachen, aber ich war auch lange etwas ruhiger unterwegs. Tja, das mit lunarterminiert ist mir auch nahe gegangen. Ich glaube, das liegt oft an den Leuten. Vielen nehmen sich oft derart wichtig und beziehen alles auf sich. Wo bleibt da die künstlerische Freiheit und die Satire, das Kabarett? Aber dann im TV Comedy anschauen. Kann ich nicht verstehen. Will auch gar nicht. Liebe Grüße, Kerstin

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