Tag 25: Vorbereitung ist (fast) alles

Tag 25Um für das Projekt „Aussteigen“ gerüstet zu sein, bedarf es ja neben dem Ausrüstungsequipment eigentlich nur zwei weitere Voraussetzungen: Finanzielle Mittel und körperliche Fitness.

Punkt eins lässt sich durch konsequentes und rigoroses Sparen erreichen. Oder einen Lottogewinn. Beides gehört nicht zu meinen herausragenden Eigenschaften. Hier ist also noch etwas Disziplin gefragt. Vielleicht fange ich einfach mal damit an, mir einen Lottoschein zu besorgen. Ausfüllen und Abgeben nicht vergessen. Ich weiß. Das Glück ist mit den Mutigen. Einen Plan B kann ich mir dann immer noch überlegen. Zum Beispiel könnte ich ja meinen Chef auf Knien und unter Tränen um eine Gehaltserhöhung anflehen. Aber das wäre dann wohl eher schon Plan C oder D.

Punkt zwei bedeutet regelmäßige Bewegung. Ich fahre tagtäglich mit dem Rad zur Arbeit und jogge einmal die Woche. Alles andere gehört in die Kategorie Beschäftigung auf Teilzeitbasis. Das muss reichen. Einfluss auf die Gesundheit im Allgemeinen hat man eh nicht. Da kann ich dann nur hoffen, dass mein Genmix meinem Vorhaben zugute kommt. Insofern verfolge ich die Strategie „training on the job“. Frei nach dem Motto: Fit wird man automatisch, wenn man einen 15-20kg Rucksack zehn Stunden am Tag über Stock und Stein schleppt. Das hat auch ganz gut bei meiner Alpenüberquerung funktioniert. Der Rucksack war zwar deutlich leichter, dafür waren die Höhenmeter extremer bzw. der Weg anspruchsvoller.

Noch ein Nachtrag zur Equipment: Ich habe fest gestellt, dass man noch so viel Energie und Überlegungen in die Auswahl der richtigen Ausrüstung stecken kann, am Ende bzw. meist bereits nach 2 Tagen stellt man fest, dass manches Teil eine völlige Fehlplanung ist während man irgendeine Sache völlig übersehen hat. Von daher sollte ich Punkt eins definitiv nochmals genauerer Betrachtung unterziehen und ab sofort Rücklagen bilden. Ein Punkt für die guten Vorsätze im neuen Jahr. Denn wie so oft im Leben, heisst es auch hier: Vorbereitung ist schließlich (fast) alles.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

2 Gedanken zu „Tag 25: Vorbereitung ist (fast) alles

  1. Du hast da ein echt extremes anspruchsvolles Projekt vor, mit sowas hab ich null Erfahrung.
    Ich glaub aber, dass es wichtig ist und auch geistig entspannt, genug Puffer (zeitlich und finanziell) zu haben, dass man auch mal paar Tage oder im Extremfall Wochen irgendwo herumhängen kann.
    Der Körper kann sich sehr schnell anpassen: ich hab mal von null auf hundert (jeden Tag) mit Sport angefangen – nach über 10 Jahren garnix (Ich war da ca. 45). Nach einer Woche war ich in Ausdauer und Kraft recht fit. Körperlich kann bei so einem Projekt ja sonst was passieren, auf das du keinen Einfluss hast. Fit und flexibel werden ist sicher gute Vorbereitung. Aber auch den Fittesten kann sowas wie Malaria passieren oder Höhenkrankheit (weiß nicht, ob das auf dem Appalachian Trail Thema ist), oder Montezumas Rachefeldzug ereilen. Also, Medizin einplanen, auch welche, die man als ökologischer Mensch eher meidet.

    LG
    gann

    • Danke, ja, das ist recht anspurchsvoll. Vor allem mental, da man ca. 6 Monate unterwegs ist und somit auch alle Jahreszeiten durchläuft (Schnee-Hitze). Höhenkrankheit eher weniger, die Berge sind im Vergleich zu den Alpen recht überschaubar und selbst bei den Alpen denkt man ja nicht zuerst an Höhenkrankheit. Montezuma ist da eher präsent. Das Wichtigste ist, dass man das Wasser filert/aufbereitet. Medikamente sind defintiv in meiner Packliste enthalten. Liebe Grüße, Kerstin

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