Tag 19: Geduldsprobe

Tag 19Danny Kaye hat einmal gesagt: „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.“ Mich würde interessieren, was Danny Kaye, der 1987 verstorben ist, heute noch hinzu fügen würde. Oder vielleicht auch ändern. Denn dass Geld nichts mehr wert ist, wird mir beim allmonatlichen Kassensturz klar, wenn ich Einnahmen und Ausgaben gegenüberstelle. Gerade erst wurde meine Vermutung durch die aktuellen Inflationsraten untermauert. 2,3% mehr für Lebensmittel. Dass die Energiepreise gefallen sind, ist schön, aber hat vielleicht mal jemand nach draußen gesehen? Mitte Dezember und noch immer an die 10°C. Klar, dass man bei so einem Wetter auf seinem Energievorrat hocken bleibt. Das Angebot bestimmt schließlich die Nachfrage.

Gut, das sollte ja eigentlich gar nicht mein Thema sein heute, aber bei den meisten Wünschen scheitert es sehr wahrscheinlich des Öfteren am Geld. Schwein gehabt, kann ich da nur sagen. Denn, der eine oder andere hat es mitbekommen, mein Wunsch ist es ja, so was wie ein Zigeuner/Hippie/Aussteiger zu werden. Da braucht man nicht so viel. Wer schon mal sein Hab und Gut in einem Rucksack oder auch Koffer untergebracht hat, weiß, wie leicht man sich von Dingen trennt, wenn man diese mit sich herum schleppen muss und sie nicht überlebenswichtig sind. Aus Erfahrung kann ich sagen, da wird mal erst recht zum Krümmelkacker, wenn man nicht schon vorher einer war.

Geld ist bei mir also nicht unbedingt das Problem. Bares ist zwar irgendwie immer Mangelware und Aktien traue ich schon von Haus aus nicht. Gold, hm, also mein Zahngold habe ich bis dato immer gespendet. Also auch Fehlanzeige. Schmuck: Leider wurde mir das bisschen, was ich besessen habe, vor ein paar Jahren geklaut. Ach ja, falls der/die Einbrecher das hier lesen: Ich hätte gern die Tiffany Kette, den Swarovski Kristallanhänger und die Opalohrstecker zurück. Die vermisse ich wirklich sehr. Tja, bleiben noch Grundstücke. Und bevor jetzt irgendwelche Heiratsschwindler und andere zwielichtige Gestalten auf dumme Gedanken kommen: Nein, ich besitze nur eine Wohnung und die gehört zur Hälfte auch noch der Bank. Also vergesst es.

Gut, vielleicht ist Geld ja doch ein Problem. Ich will das aber mal positiv sehen. Schließlich ist die Umsetzung des Planes ja erst in 5-10 Jahren so weit. Theoretisch kann da noch ein Lottogewinn ins Haus flattern. Das Problem ist eher ein anderes. Nämlich die Zeit und die Frage: Wie soll ich nur so lange durchhalten? Wo ich doch am liebsten jetzt und sofort und gleich losziehen würde. Das ist für mich eine echte Geduldsprobe. Nichts für ungeduldige Zappelphilippe. Was ist da eigentlich die weibliche Bezeichnung? Gut, ich hoffe jedenfalls, dass sich das Warten lohnt.

Neulich verkündete mein Chef voller Stolz, dass er nun zig Jahre an einen Deal hingearbeitet hätte, um ihn nun endlich zum Abschluss zu bringen. Ich meinte dann: „Derjenige hat eben nicht damit gerechnet, dass Sie so hartnäckig sind.“ Woraufhin er: „Glauben Sie mir, auch für mich ist das nicht immer einfach.“ Da mussten wir beide herzlich lachen. Wie recht er doch hat.

 

Na, dann bis morgen, Kerstin

Ein Gedanke zu „Tag 19: Geduldsprobe

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