Tag 11: Jeder Tag ist ein neuer Anfang

Tag 11Jetzt mal Hand aufs Herz: Wer hat alles bei dieser Frage zuerst an eine negative Erfahrung gedacht?

Ist doch komisch, oder? Oder ist das typisch Deutsch? Immer erst mal alles Schlechte nach oben kehren. „German Angst“, wie die Welt das nennt. Dabei bin ich grundsätzlich ein Optimist und kann auch in der miesesten Lage noch Licht sehen. Selbst wenn es nur das Fünkchen Hoffnung ist und der Glaube, dass es zu irgendetwas schon gut sein wird.

Ich muss noch kurz einfügen, dass ich mir die Fragen morgens immer durchlese, um schon mal meinen Denkapparat auf die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten. Deswegen habe ich mir also heute morgen anstatt Frühstück Gedanken gemacht: ‚Welche positiven Erinnerungen kannst Du mit dieser Frage in Verbindung bringen?’

Zuerst habe ich mir der Idee gespielt, etwas über die erste große Liebe zu schreiben und welch romantische Flausen mir damals durch den Kopf und das Herz gingen und wie unschuldig ich noch in jedweder Hinsicht war. Wie unbeschrieben das Blatt im Buch des Lebens. Wie groß die Hoffnungen. Wie flatternd der Herzschlag und wie prickelnd die Küsse.

Aber sehne ich mich wirklich danach zurück, nochmals sechzehn zu sein? Nochmals gefangen in der Pubertät? In einem Körper, der mit dem eines Models nur das Geschlecht gemein hat? Nochmals in ständigem Wettstreit mit sich und der Welt? Überlebensgroß zwischen den Spielsachen im Kinderzimmer und unbedeutend klein im Reich der Erwachsenen. Weder Fisch noch Fleisch, wie eine Freundin immer sagt. Herrje, nie im Leben sehne ich mich danach. Die Unbeschwertheit und Sorglosigkeit ja, aber alles andere? Nee, danke.

Also habe ich weiter nachgedacht, was mich wirklich glücklich macht und wo ich mich nach nichts sehne als dem Jetzt. Na, erraten? Richtig: Der Berg ruft. Dabei ist mir natürlich meine Alpenüberquerung eingefallen. Aber ich konnte beim besten Willen nicht einen bestimmten Punkt nennen, der besonders heraus sticht. Jeder Moment war auf seine Weise richtig. Auch all die anderen Wanderungen stehen dem Traumpfad in nichts nach. Ich sehne mich nach allen zurück.

Doch dann hatte ich es. Der erste Schritt. Das ist der Punkt, an den ich mich zurück sehne. Nochmals Weg und Karte überprüfen, den Blick nach vorne/oben richten, das Gepäck festschnallen, tief durchatmen und los. Noch alles vor einem, aber schon voller Freude. Am Anfang stehen. Und das gilt dann für (fast) alles: Vom ersten Schritt ins Leben bis hin zum ersten Schritt jeden Morgen jeden Tag.

Na, dann bis morgen, Kerstin

4 Gedanken zu „Tag 11: Jeder Tag ist ein neuer Anfang

  1. Kann es sein, dass mein Blogmotto „Jede Radtour beginnt mit einer Kurbelumdrehung“ so ungefähr das gleiche ausdrückt? Auch wir haben die Alpen mehrfach überquert und ja der erste Schritt, die erste Kurbelumdrehung, der erste Sonnenstrahl, wenn man aus dem Tal nach oben kommt, sind die genialen, unvergesslichen Momente. Bitte bleibe neugierig.

  2. Pingback: Tag 12: Parallelwelt | alltagseinsichten

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