Tag 1: Gewohnheiten und Widersprüche

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und voller Widersprüche. Vor nicht mal einem Monat sind meine alten Tagebücher dem Feuer zum Opfer gefallen. Gewollt, möchte ich hier betonen. Nun bin ich über ein kleines Heft gestolpert: „30 Tage Schreiben“. Vor Urzeiten war dies einmal eine Beilage in der Zeitschrift „Flow“ und damals hatte eine Mitbloggerin dieses Experiment auf ihrem Blog veröffentlicht. Leider kann ich nicht mehr finden, wer das war. Es ist wirklich ein sehr großes Internet da draußen. Trotzdem danke für den Tipp seinerzeit. Ich fand die Idee ansprechend und bin dann gleich los, um das Heft zu erwerben.

Seitdem lag das 30-Tage-Tagebuch in meiner Schreibtischschublade. Gleich neben meiner Geschenkekartei (aber das ist ein anderes Thema). Und da Weihnachten bekanntlich nur noch ein paar Tage – 30 – entfernt ist, bin ich bei der Suche nach der Geschenkekartei auf das Heft gestoßen und dachte mir: Das machst Du jetzt! Dann ich es wenigstens erledigt!

Nicht gerade die vorbildlichste Einstellung, aber manchmal brauche ich eben auch einen sanften Schubs. Mal sehen, ob ich mich daran gewöhnen kann, 30 Tage lang jeden Tag etwas mehr oder weniger Sinniges zu produzieren. Ich habe schon mal gelinst. Es sieht nicht so schwer aus. Jeden Tag eine Frage. Das sollte zu schaffen sein.

Tag 1Tja, was macht man/ich so an einem Montag: Morgens ärgern, wenn der Wecker klingelt und das Wochenende mal wieder mit zwei Tagen einfach zu kurz war. Aus dem Grunde überspringe ich den Part mit Aufstehen…Arbeit usw. und starte erst, nachdem ich wieder in die heimeligen Hallen meines Zuhauses zurück gekehrt bin.

Halt, vorher war ich noch schnell einkaufen und habe u.a. eine Tüte Chips gekauft. Die musste ich gleich nach meiner Ankunft verstecken, da ansonsten der jugendliche Mitbewohner sich ihrer bemächtigt hätte. Allein essen macht dick, ich weiß. Vielleicht erweise ich mich zu späterer Stunde großzügig, nachdem man mir heute ein paar Zensuren präsentiert hat, die mich zwar nicht zu Hochsprüngen verführt haben, aber auch ganz passabel waren, wenn man bedenkt, dass das Leben eines Teenagers wirklich zu stressig ist, als dass man noch Zeit zum Lernen hätte (aber auch das ist ein anderes Thema).

Also: Heim gekommen, Chips versteckt, Feuerchen gemacht – schön kuschelig ist es. Mit meiner derzeitigen Lektüre vor den Ofen gesetzt und gehofft, dass das Buch endlich aus sein möge. Auch so eine Angewohnheit von mir: Ich kann Bücher, selbst wenn sie schrecklich sind, einfach nicht unvollendet zur Seite legen. Okay, stimmt so nicht ganz. Es gibt so zwei bis drei, die ich tatsächlich weg gelegt habe.

Nach drei Kapiteln habe ich die Leserei unterbrochen und den Entschluss gefasst, mit dem 30-Tage-Tagebuch zu beginnen und den Computer hochgefahren. Beim Aufrufen von WordPress wurde mein schlechtes Gewissen recht laut, da ich schon seit einem Monat meinen Reader nicht mehr bearbeitet habe. Also, erst mal das nachgeholt und nahezu alle Artikel gelesen.

Nun wäre eigentlich Zeit fürs Abendessen. Gewohnheit ist schließlich ein sehr starker Trieb. Hunger übrigens auch. Nun will ich aber ungedingt noch schnell den Beitrag posten. Also, was mache ich noch heute? Abend essen. Mal sehen, was der Kühlschrank und Vorrat noch so hergibt, da ich ja nun den Blog schreiben musste und keine Zeit hatte, etwas vorzubereiten. Was passt eigentlich gut zu Chips?

Was noch? Vielleicht gönne ich mir noch etwas Zeit vor dem Ofen mit dem schrecklichen Buch und einer guten Tasse Tee.

Na, dann bis morgen. Kerstin

7 Gedanken zu „Tag 1: Gewohnheiten und Widersprüche

  1. Hallo Kerstin,
    hab herzlich gelacht…auch über das Chips-Verstecken *räusper*…Chips mag ich zwar nicht, aber Schoki sind die Chips dieses Haushaltes, die sich sicher leichter verstecken lässt als Chips. Hab eine Zeitlang auch nur Süßes mit Kokos gekauft, das mögen meine so gar nicht, durfte ich dann auch so rumliegen lassen ;-)…
    Das mit dem Buch kenn ich, ist aber anscheinend gar keine so schlechte Idee, denn alles, was wir anfangen und nicht beenden führt zu mehr Stress im Gehirn (offene Loops und so), also durchquälen für die innere Ausgeglichenheit.
    Abendessen…ach ja, Chips kannste als Panade für Schnitzel oder Fisch nehmen, würde ich aber nicht 😉 …Lieber Chips und dazu ne Käsesoße (wenn schon kalorien dann richtig, das Teen kriegt Nudeln zur Soße ;-)) und ne Flasche Bier für die Elekktrolyte. Tee ist da nicht geeignet. Den nimmste zum Dessert mit Kandis und Sahne = mehrgängiges vollwertiges Menü …viel Spass dabei und ich freu mich, mehr von Dir zu lesen.
    Liebe Abendgrüße von
    Andrea

    • Hallo Andrea, danke für den schönen Kommentar. Das Buch habe ich – zum Glück – dann noch fertig gelesen. Den Hinweis von wegen offene Loops und so, werde ich mir merken. Ist ein guter Ansatz, um Dinge zu Ende zu bringen. Das Menü hört sich absolut vollwertig an. Werde ich bei nächster Gelegenheit bestimmt mal so vorschlagen. Auf das Gesicht bin ich ja dann gespannt. 😉
      Liebe Grüße, Kerstin

      • Hallo Kerstin,
        ich hoffe diemals schlechte Kommis gibt ,-) . Ja, das mit den offenen Loops spielt bei mir grad ne Rolle, weil das Jahr langsam zu Ende geht, also abschließen, ausmisten…und dann kanns neu losgehen. Meine würden bei solch einem Menü auch sehr irritiert gucken…
        Genieß den Abend, Andrea

  2. Ähem….Chipsverstecke ?????? Gibt´s bei mir/uns nicht. Kaufen, essen…gut is…. 😉 Danke für´s Bloglesen. Ich werde mich auch (versuchen) an der 30-Tage-Challenge lesenderweise zu beteidigen. LG Claudi

    • Ist auch eine Lösung…das mit den Chips. Und danke für Mitlesen. Nach 4 Tagen kann ich schon sagen: 30 sind ganz schön lang, wenn man jeden Tag was posten soll. Wie manche/r das schafft, ist mir ein Rätsel. Liebe Grüße, Kerstin

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