Urzeitmensch und Menschsein

Wenn man es so recht bedenkt: Allzu weit sind von unserem Dasein als Urzeitmensch noch immer nicht entfernt. Kaum wird es herbstlich, verschwinden wir in unsere Behausungen und legen uns Vorräte an. Manch einer verfällt sogar in eine Art Winterschlafvorbereitung und „frisst“ sich ein paar Pfund mehr an. Davon nehme ich mich nicht aus. Erst gerade musste ich zähneknirschend feststellen, dass eine meiner Hosen nicht mehr so recht sitzt, um nicht zu sagen, sie zwickt und spannt. Meinem Heißhunger auf zucker- und stärkehaltige Nahrung hat das zugegebenermaßen keinen großen Abbruch getan.

Gut, ich denke das Thema wird in sämtlichen Medien zur Genüge dargestellt und ich baue einfach darauf, dass es im Frühjahr – nach meinem Winterschlaf – einfach weggeschmolzen ist. Verbrannt sozusagen. Dazu benötigt man bekanntlich Wärme. Feuer um genau zu sein. Das wussten auch schon unsere Vorfahren. Allerdings sind wir heutzutage keine wirklichen Höhlenbewohner mehr und die wenigsten Menschen sind noch auf ein Feuer im urzeitlichen Sinne angewiesen, um ihre Existenz zu sichern. Heute verbinden wir mit einem prasselnden Feuer eher romantische Vorstellungen von Strandlagerfeuern mit Gitarrenmusik und Kaminabenden auf dem Bärenfell. Vielleicht noch die männliche Sichtweise von wegen Holzhacken mit freiem Oberkörper bei Minusgraden und meterhohem Schnee.

Ich schweife ab. Wahrscheinlich ist mein Zuckerhaushalt gestört oder mein Gehirn bekommt aufgrund des Kaminfeuers zu wenig Sauerstoff. Oder beides. Wo war ich? Ach ja, Feuer machen. Richtig: Man benötigt Holz. Je nach Wintervorhersage und Wohlfühlbedürfnis viel Holz. Literaturfrey war schon vor einem Monat mit den Vorbereitungen fertig. Danke nochmals für den Wink mit dem Holzbalken, dass ich Holz bestellen muss. Letzte Woche war es soweit: Zwei Ster wurden geliefert, buchstäblich vor meiner Hütte abgeladen. Eigentlich mehr geschüttet.

HolzbergDann hieß es: Stapeln, Aufhäufen, Schichten. Türmen trifft es eher. Der Berg schien nur unwesentlich kleiner zu werden. Wohingegen mein Lager bis unters Dach bereits nach kurzer Zeit vollgestopft war. Nun lagert der Wintervorrat auch auf der Terrasse und allen möglichen Ecken. Eben wie bei der Vorratssammlung habe ich überall Lager angelegt. Nach zwei Stunden ein Bild der Ordnung. Nun kann der Winter wirklich kommen. Menschsein ist einfach schön.

HolzstapelEure Kerstin

2 Gedanken zu „Urzeitmensch und Menschsein

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