Die Sache mit der Handcreme

Zu meinem Märzbeitrag im Tatort bekam ich den Kommentar, dass eine reichhaltige Creme für die Hände mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt.

Mit Handcremes ist das ja immer so eine Sache. Entweder riechen sie komisch, hinterlassen einen klebrigen Film und/oder ziehen nicht ein. So zumindest meine Erfahrung. Wozu also damit rumärgern? Früher haben die Menschen auch keine Cremes benutzt. Gut, ich kann nun nicht beurteilen, wie sich die Hände früher angefühlt haben. Sicherlich waren diese noch ganz anderen Belastungen ausgesetzt als das heutzutage der Fall ist.

Um auf den Kommentar zurück zu kommen: Das stimmt schon. Man sagt ja auch immer, dass man an den Händen das wahre Alter sieht. Und meine sehen nicht mehr wirklich jung aus. Eher schon ziemlich mitgenommen. Kalt sind sie obendrein auch unentwegt. Aber das hat nun weder etwas mit Jahreszeit noch mit der Temperatur zu tun. Und auch nicht mit dem Älterwerden – hoffe ich.

Also dachte ich: Ja, da probiere ich jetzt mal was anderes. Statt wieder eine Creme zu kaufen, die dann komisch riecht, klebrig ist oder nicht einzieht, versuche ich es mit einer selbstgemachten. Das passt ganz gut in meine derzeitige Lebensausrichtung. Weniger Konsum, bewussteres Leben, mehr Achtsamkeit.

Vor ca. einem Jahr habe ich auch ein Deo selbst angerührt. So ganz ohne Aluminium. Das war kurz bevor diese Welle so richtig in den Medien aufgetaucht ist und alle Hersteller ihr Sortiment dahingehend erweitert hatten. Eine Freundin und ich probierten so ziemlich jedes Deo, das es damals gab aus und zumindest ich hatte schon fast die Einstellung, dass man an irgendwas eh sterben müsse und dafür wolle ich lieber nicht stinkend und schweißnass im Büro sitzen. Durch Zufall habe ich den Tipp für ein angeblich wirksames, natürliches, selbstgemachtes Deo erhalten und ausprobiert. Aus Erfahrung kann ich sagen: Ja, es ist natürlich, aber wirkt nicht immer hundertprozentig. Benutze aber nach wie vor, im Wechsel mit gekauften. Inzwischen bin ich da bei einem recht zuverlässigen gelandet.

So einen Ökotrip, wie ich es hin und wieder auch gern nenne, hatte ich kurzzeitig und ansatzweise bereits in meiner Jugend. Das war nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Mein damaliger Freund hatte ebenfalls leichte Aussteigertendenzen. Wollte Hirte in Asien – glaube, das Vorhaben war in seiner Vorstellung im Himalayagebiet angesiedelt – werden, hatte aber immer Angst, ich könnte bei der Geburt eines Kindes nicht überleben oder würde mit den Lebensbedingungen nicht klarkommen. Die ganze Sache fand ich schon damals recht unrealistisch, aber meine Liebe war grenzenlos und so wollte ich unbedingt mit. Um es kurz zu machen, ich bin nicht mitgegangen. Er übrigens auch nicht. Heute ist er Versicherungsvertreter. Sicherlich auch eine Art von Aussteigertum.

Jedenfalls habe ich zu jener Zeit Brot selbst gebacken, Joghurt selbst gemacht. Müsli geschrotet und ziemlich oft das Essen, was auf den Tisch kam, verweigert. Könnte ja verstrahlt sein und so. Als das Thema aus den Medien so langsam verschwand, landeten die Mühle und diverse Rezeptbücher auch im Keller und ich habe wieder ganz normal gegessen.

Eine Zeit lang stellte ich auch Kosmetik selbst her. Meine Mutter hatte mir ein Buch der Naturkosmetik geschenkt. Ich erinnere mich da speziell an ein Gesichtswasser, welches ich sehr mochte. Allerdings roch es auch extensiv nach Rosen, was heute nicht mehr so ganz mein Fall ist. Ist vielleicht auch eher was für junge Mädchen. Oder ich bin noch nicht (wieder) reif genug dafür.

Nun also die Handcreme. Zum Glück gibt es ja das Internet und fündig wurde ich bei nicestthings. Ein einfaches Rezept mit wenigen Zutaten, was mir sehr entgegenkommt. Die Vorteile: Creme riecht nicht komisch, da ich kein Duftöl hinzugefügt habe. Allerdings riecht sie nun nach gar nichts. Ist auch irgendwie nichts. Klebt nicht. Braucht etwas zum Einziehen, aber wenn man lange die Hände knetet, fühlt es sich gut an. Nachteil: Laut „Herstellerangaben“ sollen die Hände schön zart werden. Hat bis jetzt leider noch nicht funktioniert. Ich gebe aber zu, dass es mit der Regelmäßigkeit bei mir hapert. Und das ist, wie bei vielen anderen Dingen auch, ja immer das A und O. Werde also die Hoffnung noch nicht aufgeben. Was durchaus auch der menschlichen Natur entspricht.

Handcreme Eure Kerstin

2 Gedanken zu „Die Sache mit der Handcreme

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