Talentcasting – mitmachen erwünscht!

„Lernen Sie dazu: Erweitern Sie Ihren Horizont, indem Sie ein schlummerndes Talent wecken. Suchen Sie sich etwas aus, das Sie noch nicht können – und versuchen Sie sich daran. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Improvisations-Workshop oder einem Chinesischkurs?“

Da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, habe ich – richtig – die Kategorie Power für meine dritte Karte gewählt. Nach all den Sinn- und Gedankenspielen dachte ich mir, ich sollte mal etwas „Praktisches“ machen, nichtsahnend, was ich mir damit einbrocken würde. Also gut, etwas dazu lernen. Na, da gibt es selbstverständlich jede Menge: Einradfahren, Slacklinen (sagt man so?), Blumen züchten, Blindenschrift, Schnitzen, Klavierspielen, Malen, Japanisch, um nur mal eine verschwindend geringe Aufzählung zu starten. Die Frage ist nur: Will ich davon überhaupt etwas lernen? Leichte Ratlosigkeit kommt in mir auf: Was soll ich nur lernen?

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an meinen allerersten Beitrag „Hilfe, bin neu hier!“. Ja, genau, Karte Nummer drei ist der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe zu bloggen. Als ich mich nämlich mit der Frage beschäftigte, was ich denn lernen könnte, dachte ich mir: ‚Das ist doch im Grunde etwas, das sich super als „Publikumsjoker“ beantworten lässt.’ Nach dem Motto: Das Internet hat auf alles eine Antwort. Sollte also nun jemand von meinen Lesern gern an dem Experiment teilnehmen wollen, dann würde ich mich über Vorschläge natürlich freuen. Immer her mit den schlummernden Talenten!

Ich muss gestehen, die Vorstellung, einfach eine Sache aus der großen Masse an Möglichkeiten auszuwählen, macht diese Übung besonders schwer. Was ich brauche, ist ein „Kerstin-sucht-das-Supertalent-Casting“. Ist ja nicht wie in der Schule, wo einem vorgegeben wird, was man zu lernen hat. Was also eigentlich ein Glück sein sollte, nämlich die freie Wahl zu haben, wird für mich zur Qual. Man kennt das ja: Der Kühlschrank/ Kleiderschrank ist voll und schon weiß man nicht, was man essen/anziehen soll. Vielleicht tun wir uns auch im späteren Leben deshalb so schwer, etwas Neues zu lernen, weil es während der Schulzeit mit Zwang und Pflicht verbunden war.

Gleichzeitig stellt sich mir auch die Frage, ob und wenn ja, welchen Sinn es macht? Lernen hat ja auch immer etwas mit Veränderung zu tun. Eventuell beinhaltet dies auch den Wunsch nach Verbesserung. Etwas dazu lernen zu wollen, würde dann letztendlich auch bedeuten, dass man mit der eigenen Person (noch) nicht zufrieden ist. Oder ist das etwas, was einem von der Umwelt suggeriert wird? Die Welt um uns herum verändert sich ständig. Und mit der Welt verändere auch ich mich – muss ich mich verändern und anpassen. Muss ich mir da aber auch noch freiwillig mehr Neues aneignen? Wo ist das Ende von höher, schneller, weiter? Und auch ein bisschen Unsicherheit mischt sich unter die Gedanken: Was, wenn ich gar keine Talente habe? Wenn mein ich, so wie ich bin, schon alles ist und der Raum, den ich im Universum einnehme, bereits maximal ausgefüllt ist. Bin ich nicht eigentlich schon fertig? Will ich wirklich wissen, was nach dem Horizont noch alles auf mich wartet? So gesehen, finde ich es eigentlich völlig ausreichend, zu wissen, wo meine Grenzen sind. Aus dem Geschichtsunterricht weiß man ja, dass es nicht gut ist, wenn das Hoheitsgebiet zu groß wird. Der Herrscher verliert den Überblick, den Einfluss und die Kontrolle. Die Folge ist der Untergang des Reiches. Von daher sollte ich vielleicht einfach lernen, zufriedener zu sein. Mit dem, was ich habe, was ich bin, mit meinem Leben, mit mir.

Nächsten Monat gibt es wieder eine Wohlfühlkarte. Karte Nr.4: „Sie sind ganz bei der Sache: Versuchen Sie, dreimal auf Multitasking zu verzichten. Zum Beispiel zu essen, ohne zu lesen, zu telefonieren, ohne E-Mails zu checken, fernzusehen, ohne die Zeitung zu scannen.“ In diesem Sinne: Bis in einem Monat.

Eure Kerstin

P.S.: Witzigerweise habe ich aber natürlich dadurch, dass ich nun meinen eigenen Blog habe, tatsächlich meinen Horizont erweitert. Und das sogar bis an den Rand des Internets.

2 Gedanken zu „Talentcasting – mitmachen erwünscht!

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