Theorie des Urknalls

Ich glaube, den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, kennen wir alle. Irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, bei dem man förmlich platzt. Nach dem Motto: „Bis hierhin und nicht weiter!“ Ich bezeichne das als meine Theorie des Urknalls. Und vielleicht hatte das Universum ja auch irgendwann von dem Zustand des „Nichts“ genug und ist eben geplatzt.. Ok, ist jetzt nicht wirklich wissenschaftlich fundiert, aber wäre zumindestens menschlich.

Und so fing alles an (dazu muss ich ein bisschen ausholen): Vor einiger Zeit gab es bei einer typischen Frauenzeitschrift ein etwas anderes Kartenspiel als Beigabe. Es hieß irgendwas wie: „Glücklich in 30 Tagen“, oder so ähnlich. Das Kartendeck besteht aus je zehn Karten, die in die drei Kategorien: „Power, Sinn und Wohlfühlen“ eingeteilt sind und jeden Tag sollte man eine Karte ziehen und sich dann damit beschäftigen. Da ich zeitweise zu den Jägern und Sammlern gehöre, habe ich das Spiel erst mal aufgehoben.

Etwa zur selben Zeit hatte ich eine intensive Brieffreundschaft, bei wir einander die tollsten Geschichten geschrieben haben, wobei jeder am Ende seiner Geschichte dem anderen immer eine Frage gestellt hat, zu der dann der andere eine Geschichte erzählen musste. Irgendwann hat meine Brieffreundschaft sich immer mehr zurückgezogen – für mich ohne direkt ersichtlichen Grund.

Und mit diesem kleinen Exkurs wieder zurück zum Geschehen und direkt an den Punkt, an dem bei innerlich der Pegel langsam aber stetig anstieg, denn egal, mit welcher Geschichte ich das Postfach gefüllt habe und egal, wie provokant ich dabei war, die Reaktion blieb aus oder fiel so allgemein und nichtssagend aus, dass ich gleichzeitig traurig ob des drohenden Verlustes und wütend war. Da kam mir das Kartendeck wieder in Erinnerung und ich dachte mir: „Hm, vielleicht probiere ich mal etwas Neues. Vielleicht ist dieses Frage-/Antwortspiel ausgespielt und wir brauchen ein neues Spiel.“

Gesagt, getan. Dachte ich jedenfalls. Ich hatte einen tollen Plan: Ich ziehe die Karte während meine Brieffreundschaft die Kategorie bestimmt. Dann hat jeder einen Monat Zeit, die „Aufgabe“ in eine Story umzusetzen. Also, ich fand das spannend und konnte es kaum erwarten. Nicht so mein Gegenüber. Die erste Reaktion war ziemlich neutral: „Ja, wenn Du möchtest, ich mache mit.“ Kein: „Tolle Idee, das machen wir!“ oder „Das ist ja mal was ganz Anderes. Lass es uns probieren!“ Gut, ich weiß, dass es schwarz auf weiß immer anders ankommt, als man sich das oft ausmalt und jeder seinen aktuellen Gefühlszustand hinein interpretiert. Also, vielleicht habe ich es einfach falsch verstanden, aber so wollte ich das Ganze nicht machen. Zum Glück zwingen bringt eben auch nichts.

Da ich ein nachgiebiger und verständnisvoller Charakter bin, ist meine Schmerzgrenze relativ hoch. „Ok, war eventuell der falsche Zeitpunkt. Versuchen wir es ein andermal.“ So blieb das Kartenspiel erst mal weiter im Karton, aber die Idee hatte sich bei mir ziemlich festgesetzt. Und so kam es denn, dass ich den Urknall förmlich selbst produziert habe: Einerseits aus Frust, dass jemand im Grunde so feige ist, nicht mit der Wahrheit rauszurücken, obwohl man nur schriftlichen Kontakt hat. Was kann schon passieren, als dass die Freundschaft zerbricht, was sie auf Grund von der Selbstextraktion sowieso getan hat? Ist ja nicht wie bei Harry Potter, wo die Post einen anschreit. Was wäre wohl aus all den literarischen Brieffreundschaften der letzen hundert und mehr Jahre geworden, wenn einer der Schreiber sich so verhalten hätte? Sei es, wie es ist. Wie gesagt, in andere hineinschauen kann man nun mal nicht. Zweiter Verursacher, der für das Überlaufens verantwortlich war: Meine Neugier. Ob mir wohl zu jeder Karte etwas einfallen würde? Was konnten da wohl für Fragen/Aufgaben – ich weiß nicht, was – drauf stehen? Wird man wirklich gücklich(er) mit so was?

Die Antworten und die Entstehung des „Glücksuniversums“ gibt es beim nächsten Mal.

Eure Kerstin

3 Gedanken zu „Theorie des Urknalls

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